Elektroautos · 5 Min. Lesezeit · 05.08.2026

Fahrerassistenz­systeme kalibrieren – und wer das bezahlt

Ein Notbremsassistent, der einen halben Grad daneben schaut, bremst zu spät. Deshalb gehört nach vielen Reparaturen eine Kalibrierung dazu – und deshalb gehört sie in die Kalkulation, nicht auf die Rechnung danach.

Nötig nach

Scheibe, Front, Fahrwerk

Durchführung

Fachbetrieb

Kosten

Teil des Schadens

Unfall gerade passiert?

Schick uns Fotos oder ruf kurz an – wir sagen Dir vorab, ob sich ein Gutachten lohnt. Bei unverschuldetem Unfall trägt die gegnerische Versicherung die Kosten.

Wann kalibriert werden muss

Kalibriert wird nicht nach Gefühl, sondern nach Vorgabe. Drei Arbeiten lösen sie besonders häufig aus.

Auslöser 1

Frontscheibe

Hinter der Scheibe sitzt bei vielen Fahrzeugen die Kamera für Spurhalte- und Notbremsassistent. Nach jedem Scheibentausch ist eine Kalibrierung vorgeschrieben.

Auslöser 2

Front und Stoßstange

Radarsensoren für Abstandsregelung sitzen hinter Stoßstange oder Emblem. Schon das Abnehmen kann die Ausrichtung verändern.

Auslöser 3

Fahrwerk und Achsen

Wird die Achsgeometrie verändert, stimmt auch die Blickrichtung der Sensoren nicht mehr. Achsvermessung und Kalibrierung gehören dann zusammen.

Ob im Einzelfall kalibriert werden muss, steht in den Reparaturvorgaben des Herstellers – und gehört deshalb vor der Reparatur geklärt, nicht danach.

Wie es in die Kalkulation kommt

Die Kalibrierung ist eine eigene Position mit eigener Zeit und eigenem Geräteeinsatz.

Position

Häufige Praxis

Richtig kalkuliert

Häufige Praxis

Kalibrierung

Kalibrierung

Nicht kalkuliert

Kalibrierung

Als eigene Position aufgeführt

Vorgabe

Vorgabe

Nach Erfahrung

Vorgabe

Nach Herstellervorgabe

Ausführung

Ausführung

Nebenbei

Ausführung

Im geeigneten Fachbetrieb

Nachweis

Nachweis

Fehlt

Nachweis

Protokoll gehört zur Reparatur

Kosten

Kosten

Streitpunkt

Kosten

Belegter Bestandteil des Schadens

Richtig kalkuliert

Wenn die Versicherung streicht

Wird die Position gekürzt, hilft kein Widerspruch mit Worten, sondern der Verweis auf die Herstellervorgabe.

01

Ohne Protokoll keine saubere Reparatur

Das Kalibrierprotokoll ist der Nachweis, dass die Systeme wieder korrekt arbeiten. Es gehört zur Reparaturdokumentation – auch für einen späteren Verkauf.

02

Der Posten wird gern gestrichen

Weil er nach Zusatz aussieht. Er ist aber Voraussetzung dafür, dass das Fahrzeug so funktioniert wie vor dem Unfall – und damit erstattungsfähig.

03

Nicht jede Werkstatt kann das

Kalibrierung braucht Platz, Ausrichtung und Geräte. Wo das nicht vorhanden ist, gehört eine Fremdleistung in die Kalkulation.

04

Betrifft längst nicht nur Elektroautos

Assistenzsysteme sind in jeder Fahrzeugklasse verbaut. Bei Elektrofahrzeugen ist die Dichte nur besonders hoch.

Wir führen die Kalibrierung mit Begründung im Gutachten auf: welches System betroffen ist, welche Vorgabe gilt und welcher Aufwand dafür nötig ist. Das hält einer Kürzung stand.

Häufige Fragen

Wann ist eine Kalibrierung nötig?
Nach Scheibentausch, Arbeiten an Front oder Stoßstange, Eingriffen ins Fahrwerk und nach Veränderungen der Achsgeometrie – je nach Herstellervorgabe.
Bei unverschuldetem Unfall die gegnerische Versicherung, im Kaskofall der Versicherer. Sie ist Teil der Wiederherstellung.
Je nach Fahrzeug und Systemumfang unterschiedlich – häufig ein dreistelliger Betrag, bei mehreren Systemen auch mehr.
Nein, wenn der Hersteller sie vorschreibt. Ein nicht kalibriertes System kann im Ernstfall falsch reagieren.
Ja. Es gehört zur Reparaturdokumentation und ist beim späteren Verkauf ein Pluspunkt.

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Ob kalibriert werden muss, richtet sich nach der Herstellervorgabe.

Kalibrierung gestrichen worden?

Wir belegen im Gutachten, warum sie nötig ist.